Das neue Sportheim ist kurz vor der Fertigstellung!

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Dürfte man morgen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, könnten sich die Fußballer des SV Schopfheim bereits im neuen Sportheim umziehen und duschen: Das neue Heim der SVSler im Oberfeld ist bezugsfertig. Rund anderthalb Jahre nach dem Spatenstich ist damit das größte Neubauprojekt der Vereinsgeschichte so gut wie geschafft. Auch die Finanzierung ist weitgehend gestemmt – es fehlen noch 30 000 Euro. Wann das Sportheim tatsächlich in Betrieb genommen wird, entscheidet allerdings der weitere Verlauf der Corona-Pandemie.


Tesfaldet "Tessy" Reda fehlt es sicher nicht an Optimismus. Der Vorsitzende des Sportvereins Schopfheim, lange Jahre auch in der Fußballabteilung engagiert, hat den Verein mit dem Neubau in ein Abenteuer geführt, von dem damals niemand wissen konnte, wie es enden würde. Als am 31. August 2019 Planer, Architekt, SVS-Vorsitzender, Bürgermeister und vier Jungs aus der E-Jugend der Fußballabteilung symbolisch zum Spaten griffen und die Bauarbeiten begannen, war das der Schlussstrich unter eine jahrelange Debatte um das Für und Wider eines neuen Sport-Domizils im Oberfeld. Doch es war auch der Beginn einer Reise ins Ungewisse. Denn der SVS hatte mitnichten das Geld beisammen, um die 1,2 Millionen Euro Baukosten selbst zu tragen.

Dass die Stadt 600 000 Euro zuschießen würde, war klar. Auch vom Badischen Sportbund gab es eine Förderzusage von 180 000 Euro. 100 000 Euro lagen auf dem Vereinskonto, 320 000 Euro fehlten noch und sollten durch Spenden und Sponsoren zusammenkommen. Schon damals erklärte der eine oder andere den Sportverein deshalb glatt für verrückt. Und dass das Vorhaben durch die Corona-Krise inklusive ausfallender Fußballspieltage und sinkender Zahlungsmoral bei den Unternehmen, die doch als Sponsoren so wichtig gewesen wären, arg ins Schlingern geriet, konnte man 2019 noch nicht ahnen.

Dem Optimismus von Tessy Reda jedenfalls hat das alles trotzdem nicht geschadet. Gegen manche Unkenrufe verfolgte der 52-Jährige das Ziel weiter, warb um Spenden und Zuwendungen und um Vertrauen bei der Stadt. Und so schrumpfte einerseits durch Spenden, Sponsoren und auch Kredite, für die die Stadt Bürgschaften übernahm, das finanzielle Delta zusehends zusammen. Andererseits wuchs – wegen Corona beinahe unbemerkt von der Öffentlichkeit – das neue Schmuckstück des Vereins heran. Und Tessy Reda sieht sich heute, da das Sportheim praktisch fertig ist, in seinem Optimismus bestätigt: "Im Endeffekt", sagt er, als er durch den nagelneuen Kabinentrakt führt, "stünde hier noch gar nichts, wenn wir das damals nicht gewagt hätten."

Pandemie kam für den Neubau gar nicht ungelegen

 

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Der Optimismus ist inzwischen einer guten Portion Stolz gewichen. Wer das Sportheim in Augenschein nimmt, kann sich jetzt schon ausmalen, wie es dereinst aussieht, wenn hier die Fußballer und Fußballbegeisterten ein- und ausgehen. Im Erdgeschoss warten sechs geräumige und helle Kabinen darauf, dass hier wieder Fußballschuhe geschnürt werden. Dankbar dürften die Schiedsrichter sein: Im alten Sportheim nebenan war die Schiri-Umkleide noch im beinahe antiken Ursprungszustand. Jetzt gibt es gleich zwei große Kabinen für die Unparteiischen. Oben steht im Gastraum die Theke, die WCs sind alle fertig, die Geschäfts- und Besprechungsräume warten auf feurige Ansprachen der Trainer an die Mannschaften oder auf Debatten des Vorstands. Den riesigen Gymnastikraum nutzte seit einigen Wochen bereits die Volkshochschule für Kurse, bevor der neuerliche Corona-Lockdown auch hier eine Zwangspause nötig machte. "Eigentlich", sagt Tessy Reda, "kommt die Pandemie gar nicht ungelegen." Denn normalerweise hätte der Umzug der Kicker im November stattfinden sollen, in ein recht unfertiges und nur teilweise nutzbares neues Domizil. Nun kann der SVS das Heim in der Corona-Pause in aller Ruhe fertigstellen. "An vielen Ecken fehlt noch der Feinschliff", sagt der SVS-Vorsitzende. "Auf jeden Fall werden wir das alte Sportheim abreißen", sagt Tessy Reda. Ein Termin dafür steht noch nicht fest, der Vorsitzende rechnet mit Mitte März. Demnächst wird eine Baufirma das Außengelände – momentan eine Matschlandschaft – mit Kiesbelag wieder herstellen.

Und es fehlt auch noch eine gewisse Summe. Von den ursprünglich 320 000 Euro sind weniger als zehn Prozent, rund 30 000 Euro, zu stemmen. Das Haus steht zwar, aber der Verein hat natürlich durch Kredite Verbindlichkeiten, bei denen ihn jede weitere Spende entlastet. Und wann im Oberfeld wieder trainiert und gespielt werden darf, ist logischerweise auch noch unsicher. Aber Tessy Reda ist in beiden Fragen – dass der SVS bei Finanzierung und Trainingsbetrieb bis zum Frühling Klarheit hat – optimistisch

 

Spendenkonto: Stichwort SVS-Sportheim: DE73 683515570003273364

– Sparkasse Wiesental

 

 

 

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