Einmal Schopfheimer immer Schopfheimer

Von Ralph Lacher > BZ

Sa, 06. März 2021

Schopfheim

Helmut Hauser wird 80: Als Fußballer verzichtete er darauf, Vollprofi in der Bundesliga zu werden, war aber beim FC Basel erfolgreich.

Mit dem Schweizer Meister-Pokal und So...mas: Helmut Hauser vor rund 50 Jahren.  | Foto: Repro: Ralph Lacher

Der Schopfheimer Helmut Hauser war in den 1960er und 1970er Jahren ein Top-Fußballer, blieb aber trotz einer möglichen Profi-Karriere in der Bundesliga dem FC Basel und vor allem Schopfheim treu. Am Sonntag kann der in Fahrnau lebende Hauser seinen 80. Geburtstag feiern. „Schopfheim war und ist meine geliebte Heimat“, sagt der Jubilar, der mit dem FC Basel die Welt bereiste. Geboren wurde Helmut Hauser mitten im Zweiten Weltkrieg in Schopfheim. Hier wuchs er mit Bruder Willi auf, ging in die Schule und absolvierte eine Lehre als Maschinenschlosser. Von Kindesbeinen an kickte er beim SV Schopfheim, war mit 17 Jahren eine Stütze des in der höchsten südbadischen Klasse kickenden SV Schopfheim. Mehrfach war er Torschützenkönig Südbadens.

Das blieb deutschen und Schweizer Topklubs nicht verborgen. 1963 habe er ein Angebot des Bundesligisten VfB Stuttgart gehabt, erzählt Helmut Hauser, und kurz danach auch eines des FC Basel. Der Schopfheimer entschied sich für den Verein in der Nachbarschaft. „Ich wollte gerne in Schopfheim bleiben, auch der Familie und der Liebe wegen“, erzählt Hauser. 1964 wechselte er nach Basel; kurz zuvor hatte er seine Jugendliebe Ellen Trefzer in Schopfheim geheiratet.

In den acht Jahren beim FC Basel wurde Hauser unter den Trainern Georges Sobotka und Helmut Benthaus viermal Schweizer Meister und einmal Schweizer Cupsieger. Hauser erzielte für Basel in 215 Einsätzen 107 Tore. Der Vater einer Tochter und eines Sohnes sowie dreifacher Großvater erinnert sich gerne an besondere Spiele in dieser Zeit. Etwa an das Schweizer Pokalfinale 1967 in Bern gegen den FC Lausanne, das in die Schweizer Fußballgeschichte einging: Denn der Schopfheimer ließ sich nach einem Rempler so theatralisch fallen, dass der Schiedsrichter Elfmeter pfiff. Nachdem Hauser diesen zum 2:1 für Basel eingenetzt hatte, weigerten sich die Lausanner, das Spiel wieder aufzunehmen. Sie setzten sich demonstrativ auf den Rasen. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab. Basel gewann deshalb mit 3:0 und auch das Double aus Pokal und Meistertitel.

Zweimal gewann der FC Basel mit Hauser den Alpencup gegen italienische Topklubs. Im Europapokal der Landesmeister, heute Champions League, kickte er gegen Kopenhagen, Celtic Glasgow, Spartak Moskau und Ajax Amsterdam mit dessen Weltstar Johan Cruyff. An das Spiel gegen ihn, noch mehr aber an das vor 80 000 Zuschauern in Moskau, hat Hauser besondere Erinnerungen.

Als Stürmer genoss er europaweit einen sehr guten Ruf. Zwei weitere Bundesligisten wollten ihn unter Vertrag nehmen, der Karlsruher SC und der 1. FC Kaiserslautern, doch Hauser winkte ab. „Ich hätte dort Vollprofi werden können“, erzählt er, „aber ich hatte gerade vorher meinen Vertrag beim FCB verlängert. Damals hielt man sich noch an Verträge.“

In der Saison 1971/72 spielte Hauser, der sich in seiner Glanzzeit durch spektakuläre Fallrückzieher und Direktabnahmen auszeichnete, nach einer Bandscheiben-Operation nur noch in der FCB-Reserve. 1972 wechselte er zum FC Aarau, für den er bis 1977 in der Nationalliga B aktiv war, ehe er die Karriere bei seinem Heimatverein ausklingen ließ. Danach trainierte er den SV Schopfheim und weitere Vereine in der Region.

Beruflich blieb er seinem Ausbildungsbetrieb treu, war dort bis zum Ruhestand in leitender Position tätig. Von hier aus begleitete er Sohn Thomas bei dessen Profifußball-Karriere, die ihn bis nach England führte. Klar, dass Helmut Hauser regelmäßiger Gast im St. Jakob-Park ist – zumindest dann, wenn das wie aktuell nicht, möglich ist.

Helmut Hausers Hobbys sind Reisen mit der Familie, Spaziergänge mit der Ehefrau in der Umgebung, Fotografieren und Filmen – und die Kontakte zu einstigen Sportkollegen, ganz besonders zum Lörracher Ottmar Hitzfeld, der ebenfalls für den FC Basel stürmte und dann mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München sowie der Schweizer Nationalmannschaft Karriere als Trainer machte. Seinen Geburtstag hätte Hauser gerne mit Wegbegleitern gefeiert. Corona verhindert dies aber. Vielleicht ist im Sommer ein größeres Fest möglich, hofft er.

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